Schon vor einer Reihe von Jahren habe ich bemerkt, wieviel Falsches ich in meiner Jugend habe gelten lassen und wie zweifelhaft alles ist, was ich hernach darauf aufgebaut ...

René Descartes, und nicht Heinz Christian Strache

BZÖ-Landesobmann Stefan Petzner am 9. Februar 2007 im Gespräch mit der APA:

Kärnten sei mit seinem orangen Landeshauptmann daher das »Bollwerk des Südens«. Diese »historische und politische Eigenständig- keit« ... »Der Süden muß sich wehren« ...
 

Daß wir zusammenstehn. Ottokar Drumbl, 1940:

Sind wir doch Stimme und Ruf, Grenzmark und Wacht im Süden des Reichs für ein Jahrtausend, das ihr, nun sichtbar der Welt, als treueste Kämpfer bewahrt!

 

Bernhard Kraut
 
Die Falle ist von der SPÖ aufgestellt

 

und nicht von Heinz Christian Strache, in dessen Falle die SPÖ, wie Ruth Wodak im »Standard« von heute annimmt, gegangen ist.

Vorneweg ist festzuhalten, daß damit nicht alle in der SPÖ, sondern die tatsächlichen Fallensteller, wie Josef Cap, und ihre Gehilfen gemeint sind.

Josef Cap betitelt seinen Gastkommentar vom 2. Februar 2007 in der »Wiener Zeitung« mit »Die historische Verantwortung tragen«. Für den geschäftsführenden Klubobmann der SPÖ scheint »Verantwortung« etwas Historisches, somit Vergangenes zu sein. Und wer trägt die Ver- antwortung für Gegenwart und Zukunft? Nach dieser seiner eigenen Formulierung kann es Josef Cap nicht sein.

Je mehr Josef Cap für Heinz Christian Strache Worte einsetzt, wie auch in diesem seinem Gastkommentar, desto mehr wird klar, daß es von Josef Cap nur aus parteipolitischem Kalkül geschieht, um ein As für künftige Koalitions- und andere Parteipolitspiele im Talon zu haben.

Die Falle ist gebaut aus falschen Antworten, die sehr bequem nützlich sind für das parteipolitische Heute, und die auch von einem Josef Cap so lange, wie es derzeit den Anschein hat, dahingesagt werden wollen, bis es allen, dann vereint in der Falle sitzend, Heinz Christian Strache seine »Jugendtorheit« zu vergeben und ihn und damit die FPÖ [samt (wieder- oder auch nicht wiedereingereihtem) BZÖ?] als Regierungs- partner der SPÖ zu akzeptieren beigebracht worden ist. 

Die richtigen Antworten sind die Worte(-Taten) von Heinz Christian Strache und der FPÖ (BZÖ) in der Gegenwart. Die Antworten sind bekannt, und die sind auch einem Josef Cap bestens bekannt; denn in seinem Gastkommentar weist er selbst auf die »scheinheilige Sorge jener« hin, die mit Jörg Haider eine Regierung bildeten. Alles über die FPÖ (BZÖ) liegt zur Einsicht offen auf. Es bedarf somit keiner Bilder mehr aus der Jugendzeit irgend eines freiheitlichen (orangen) Partei- gängers. Und auf diese von ihnen selbst gegebenen Antworten werden »entscheidend [sein] die Taten, die den Worten [von Josef Cap] folgen, denn nur sie werden zeigen, ob die Worte ehrlich gemeint sind oder ob sie nur aus politischem Kalkül dahingesagt wurden[: ...] wer sich in seiner politischen Agitation rassistischer oder antisemitischer Elemente bedient, kann und wird für die SPÖ kein Partner sein.«

Es ist enervierend, immer wieder und immer wieder das anführen zu sollen, was in diesem Staat ohnehin bestens bekannt ist, und auch, mit Wiederholungen des Bekannten auf diesen Gastkommentar von Josef Cap einzugehen.

Daher werden die Hinzufügungen zu den Windungen von Josef Cap nun einfach mit drei Fragen beendet:

Haben Sie, Herr Josef Cap, das Leid der Menschen im Ständestaat und im Dritten Reich selbst schon in solch einem Ausmaß verdrängt, daß Sie die Opfer des Austrofaschismus und des Nationalsozialismus derart leichtfertig mißbrauchen können für Ihr parteipolitisches Kalkül?

Warum sehen Sie es als notwendig an, die antifaschistische Zuverlässigkeit Ihres Vorsitzenden beweisen zu müssen, indem Sie im Bemühen um Herrichtung von Heinz Christian Strache und der FPÖ (BZÖ) als mögliche Regierungspartner der SPÖ besonders hervorheben zu glauben müssen, daß es Alfred Gusenbauer war, »der — gegen so manche kritische Stimmen — eine Aufarbeitung der ›braunen Flecken‹ in der SPÖ durchsetzte«, und weshalb setzen Sie dabei braune Flecken unter Anführungszeichen; und übrigens, was ist daran groß tapfer und verdienstvoll, das außerhalb der SPÖ ohnehin schon breit Bearbeitete noch einmal intern zum Aufarbeiten durchzusetzen?

Sorgen Sie für Alfred Gusenbauer, der mit Jörg Haider, für den gewisse Kreise von der US-Ostküste auch ein bestimmter Code ist, noch gar nicht so lange her ordentlich mit Essen beschäftigt war, jetzt schon vor, daß ihm und auch Ihnen selbst bei Bedarf ebenfalls das Recht auf »klüger zu werden und zu lernen«, sich »politisch zu resozialisieren« zugestanden wird?

Es sind immer mehr als drei Fragen, die zu stellen sind; daher noch eine vierte auf der bei weitem nicht vollständigen Liste der Fragen, die an Sie und Ihre Partei zu richten sind:

Wer arbeitet in diesem Staat derzeit mehr dafür, daß Österreich, wie von Ihnen im Gastkommentar eingemahnt, ein »Ort der internationalen Begegnung ist«: Sie und Ihre Partei oder Andreas Mölzer und seine wie lange noch in zwei Einheiten auftretende Partei?

(2. Februar 2007)

Andreas Unterberger Herwig van Staa Alfred Gusenbauer Christoph Schönborn