Bernhard Kraut

Wie Armee sich tötet und
Ă–sterreich deshalb entlassen wird
 

Ein Mann namens Armee stürmt die Kaserne von Österreich. Die Flucht vor dem Aggressor läßt Österreich in einer Ecke landen, in der Blutspielkammer, mit den in ihr gelagerten hochteuren Hoffnungen auf Sicherheit, mit den in ihr ordentlich verräumten hochteuren Versprechen der Rettung aus Allem ...

hinter einem Regal, bedrängt – –

 

 

 

Telefon

 

 

Telefon

 

Das Telefon in der Hosentasche ruft Ă–sterreich Hilfe herbei.

Ehe noch die Polizei ausrĂĽckt, Ă–sterreich zu schĂĽtzen, die Kaserne von Ă–sterreich zu entsetzen, scheidet Armee nach der ohne eigene Waffen erfolgreichen Okkupation aus der Welt, mit einem einzigen genau gegen sich selbst gezielten SchuĂź aus der Ă–sterreich abgenommenen Waffe.

 

Ein alles erklärender Letztbefehl für die gewaltsame Auslöschung wurde in den Dokumenten von Armee nicht gefunden. Es soll aber nach wie vor von vielen vermutet werden, Armee habe keinen Platz mehr auf dieser Welt für sich gesehen, Armee habe die eigene Existenz als eine ausgelebte erkannt. Auch die leichte Ausschaltung von Österreich soll Armee kein Ansporn mehr gewesen sein können, diese jahrtausendealte Lüge einer dem guten Leben dienenden Existenz selbst weiter zu nähren.

Die Arbeitgeberin von Österreich will (das wird weiter, dabei ohne zu unterscheiden, ob es ein Gerücht oder eine Forderung oder eine Tatsache ist, verbreitet), endgültig ernüchtert durch das neuerliche Versagen, Österreich ersatzlos mit sofortiger Wirkung aus dem Dienst entlassen, und das viele Geld, das bisher für Österreich über Jahrzehnte als naturgegeben budgetär veranschlagt war, ab sofort für ...